Oktober 2021

„Grenzgänge“ war das Thema der diesjährigen Männerpilgertour am Hochrhein. Knackige Tagesetappen von bis zu 29 Kilometern mit vollem Gepäck auf dem Rücken. Knackige Impulse zum Nachdenken über die eigenen Grenzen und im Leben bereits gemachte Grenzerfahrungen. 

Die Natur begleitet die Männergruppe auf der Tour. Es ist nicht nur eine landschaftliche Idylle rechts und links des großen Flusses, aber es ist immer anregend: Angesichts des Atomkraftwerks Leibstadt stellt sich uns die Frage: Was gibt mir Kraft, was raubt mir meine Kraft? Auf der Laufenburger Brücke beim Betrachten der Wasserstrudel und des weiter fließenden Rheins denken wir nach: Was will und kann ich loslassen, was stürzt mich dabei vielleicht in Turbulenzen? Und dann der Blick auf das zufließende Wasser: Was kommt auf mich zu, wie bewältige ich das? Bei einem durch Biber abgenagten Baumstamm am Ufer bei Rheinfelden bewegt uns die Frage: Was nagt an mir, nehme ich das eigentlich wahr oder verdränge ich es eher? Jeden Tag überschreitet die Gruppe Grenzen… Natürlich die Ländergrenze zwischen der Schweiz und Deutschland. Manchmal körperliche Belastungsgrenzen – und trotzdem geht es weiter. Oft auch bislang unbewusste Grenzen beim Nachdenken über die verschiedenen Impulse.

Beim Wandern auf manchmal schmalen Pfaden können die Gedanken tief gehen. Am Abend beim vertrauensvollen Austausch mit den anderen Männern wird die Erfahrung gemacht, nicht alleine zu sein mit diesen Gedanken. Zwölf Männer im Alter zwischen 50 bis 70 Jahren waren vier Tage lang gemeinsam unterwegs. Im kommenden Jahr geht es weiter, der Termin steht schon fest: Vom 15. bis 18. September 2022 geht es wieder auf den Pilgerweg, nur für Männer.