November 2019

Land-Art ist temporäre, also vergängliche Kunst in der Natur, meistens mit Naturmaterialien, aber nicht immer. Angeregt von der Aufgabe, Natur und Buch miteinander zu verbinden, ist im Spätherbst in der Rhön eine Installation entstanden, die das Verhältnis von Mensch und Natur aufgreift, etwas, das mich immer wieder beschäftigt. 

Wer bist Du, Mensch, angesichts der Natur? Bist Du selbst Natur, oder empfindest Du Dich als Fremdling? Tauchst Du unmittelbar in die Natur ein, oder verstellen Wissen, Angelesenes, Kulturelles Deinen unbefangenen Blick? Sperrende Stricke als Verstrickung, Fesselung des Denkens – unter was musst Du hindurch tauchen, um frei aufgerichtet Raum in der Natur zu gewinnen? Wie nimmst Du die vor Dir liegende Landschaft wahr, was ist hier Natur, und was Kultur? Und gehört der Bauer mit seinem lauten Gülletrecker dazu, oder stört er Dich? 

Ich liebe an Land-Art, dass die künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur und dem jeweiligen Ort in der Landschaft langsam, ja organisch, auf jeden Fall dialogisch mit der Natur erfolgt. Und ich schätze es auch, dass Land-Art temporär ist. In der Vergänglichkeit dieser Kunstform liegt für mich eine besondere Poesie, gerade im Herbst.

Eine Installation kann nicht durch ein einzelnes Foto wiedergegeben werden. Deshalb habe ich einen kleinen Film erstellt, der auf der Tonspur auch den Gülletrecker nicht ausblendet.

Bitte anklicken: Video zu meiner Installation „Wer bist zu Mensch angesichts der Natur?“.mp4