Mai 2019

Eine besondere Form von Naturerleben ist ganz sicher das Pilgern. Draußen sein. Mit kleinem Gepäck. Eine Frage im Kopf haben, die auf Antwort wartet. Einen spirituellen Impuls mitnehmen. Sich mit anderen Menschen gemeinsam auf den Weg machen. Ein Suchender sein. Eine Fragende sein dürfen. Sich Zeit schenken. Erfahren, wie das eigene Ich mit der umgebenden Natur in Resonanz kommt. Im Gehen zur Ruhe kommen. Nachdenken. Mit Gott reden. Sich mit den Anderen austauschen…

Pilgern, das bedeutet spirituell draußen unterwegs zu sein. Das ist etwas, was mich fasziniert und  gut zu den „Immergrünen Wegen“ passt. Deshalb habe ich, Michael Krischun, in diesem Monat eine dreiteilige Ausbildung zum Pilgerbegleiter begonnen. Das bedeutete im ersten Modul vier Tage Seminar und einen ganzen Pilgertag draußen im Nationalpark Nordschwarzwald. Unser Pilgertag begann in Baiersbronn-Obertal in der evangelischen Kirche und endete schließlich wieder in der dortigen katholischen Kirche. Dazwischen lagen knapp 13 Kilometer Wegstrecke, viel Regen, Graupelschauer, Schneefall, anregende geistliche Impulse, gute Gespräche – und ein fast mystisch wirkender, stiller See auf 900 Metern Höhe inmitten der tief hängenden Wolken. Spätestens hier blieb der Alltag weit hinter uns zurück, spielte das Wetter keine Rolle mehr. Stattdessen stellte sich ein Gefühl von Harmonie, tiefer Verbundenheit und großer Ruhe ein. 

Naturerlebnistipp: Wenn Sie auch einmal einen Tag lang ausprobieren möchten, wie das so sein könnte mit dem Pilgern, dann suchen Sie sich doch einfach eine Tagesetappe auf einem der vielen Pilgerwege aus. Ein Tagesrucksack ist rasch gepackt. Der Unterschied zur normalen Outdoor-Tour ist das bewusste, achtsame Wandern, vielleicht mit einer Frage im Kopf, die Sie gerade beschäftigt. Lassen Sie die Natur wirken und Gott durch seine Schöpfung reden. Das ist nicht schwer: Auf besondere Orte achten, innehalten, die Natur bestaunen, die Gedanken fließen lassen, innere Impulse wahrnehmen und einfach auf dem Weg sein.