Juni 2018

Pieksig, sparrig, spitz, glatt, rau, rund, weich, flaumig, fest, starr, hart, matschig, klebrig, harzig, kalt, warm… In der Natur gibt es so viele verschiedene Materialien, die erfühlt und berührt werden können. Es ist ein Fest für den Tastsinn! Kinder sehen gerne mit den Händen. Machen wir es als Erwachsene einfach wieder einmal nach.

Sich in der Natur einmal ganz auf’s Fühlen zu konzentrieren, schenkt intensive Momente des ganz im Hier und Jetzt Verweilens. Ich halte mein Gesicht dem Wind, den Sonnenstrahlen und dem Nieselregen entgegen. Ich schließe meine Augen und mache mich tastend mit einem Baum vertraut, nehme sogar die pudrige Beschaffenheit der Flechten auf seiner Borke wahr. Ich lasse meine Hände über samtige Moospolster gleiten und vergrabe die Finger darin. Ich stehe barfuß auf dem schattigen Waldboden oder in einer taufrischen Wiese und erinnere mich, dass ich das als Kind auch gerne gemacht habe.

Naturerlebnis-Tipp: Natur ist fühlbar. Wie wäre es, wenn Sie mit Ihren Kindern beim nächsten Mal im Wald eine „Fühl-Bar“ bauen würden? Ideal ist ein liegender Baumstamm mit weichem Moosüberzug, auf dem verschiedene, gemeinsam gesammelte Materialien, die sich interessant anfühlen, in kleinen Gruppen ausgelegt werden: sparrige Zapfen, von außen glatte und von innen raue Rindenstücke, pieksige Bucheckernhüllen, glatte Blätter, weiche Kiefernnadeln, flaumige Federchen, dünne Zweige, runde Eicheln, vielleicht ein Pilz oder feuchter Mulm von vermoderndem Holz… Es gibt viel zu entdecken und zu sammeln. Und dann schließen alle die Augen und machen sich tastend an der „Fühl-Bar“ auf eine Entdeckungsreise mit den Händen. Viel Spaß dabei!