Januar 2021

Auch wenn der Winter bisher nur trübe Farben zu bieten hatte und Grautöne dominierten (jedenfalls im Rheinland), die Stimmung muss nicht ebenfalls trübe und grau sein, auch wenn der Lockdown wieder verlängert wurde. Kürzlich las ich einen Zeitungsartikel, in dem eine junge Frau schrieb, sie hätte das Spazierengehen nun langsam wirklich satt. Am Anfang der Pandemie sei es ja ganz nett gewesen, im Park seine abendliche Runden zu drehen, aber nun… nein, nun sei es wirklich genug damit, immer die gleichen Wege und nichts Neues.

Ich musste beim Lesen schmunzeln. Mit ein paar einfachen Übungen lässt sich nämlich in der Natur erstaunlich viel entdecken, auch wenn man immer wieder die gleichen Wege geht. Wenn es Ihnen und Ihrer Familie ähnlich geht wie der jungen Autorin, dann probieren Sie doch mal etwas Neues aus. Ich hätte vier Ideen für Sie!

  • Apropos Schnee: Ja, wenn es etwas Schnee gibt wie kürzlich im Landauer Südpark, dann kann man als Familie zusammen einen Schneemann bauen, vielleicht wird es sogar eine ganze Schneefamilie wie auf dem Foto. Oder man versucht mal etwas anderes! Wir wäre es mit einer sich um einen Baumstamm windenden Schlange aus Schnee? Die Kleineren bauen an der Schlange unten, die Großen oben, soweit die Arme reichen. Und wenn man in die Schlange rechts und links lauter kleine Stöckchen steckt, dann wird aus der Schlange rasch ein gigantischer Tausendfüßler. Daran kann sich ein Ratespiel über die Anzahl der Füße des Schneetausendfüßlers anschließen. Und haben echte Tausendfüßler in der Natur eigentlich tatsächlich 1000 Beine? 
  • Apropos Strukturen im Wald: Das geht auch prima ohne Schnee! Wenn wir zu zweit durch den Wald und auf altbekannten Wege gehen, dann nehmen wir uns oft vor, bewusst auf ganz bestimmte Strukturen zu achten. Denn Strukturen treten im Winter deutlich hervor. Richtet man die Aufmerksamkeit z. B. auf Kreise und Punkte, wird man ganz andere Dinge entdecken als wenn man sich vornimmt, auf Rechtecke zu achten. Macht man Fotos von den entdeckten Strukturen, lässt sich ein besonderes Memory herstellen und später mit der Familie zusammen spielen.
  • Apropos Baumgesichter: Wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, können alle beim Gang durch den Wald versuchen, Gesichter in knorrigen Baumstämmen zu finden. Und wenn das partout nicht gelingen will, seien Sie kreativ und verpassen Sie einfach zusammen einem Baumstamm mit Lehm oder Schnee und ein paar Verzierungen aus Naturmaterialien ein lustiges Gesicht!
  • Apropos Baum-Persönlichkeiten: Auch ein gut bekanntes Waldstück wird ganz anders wahr genommen, wenn man nichts sieht. Als Familie gibt es im Corona-Lockdown auf diese Weise spannende Möglichkeiten, Neues im Wald zu entdecken. Sie brauchen nur ein Tuch, um die Augen zu verbinden. Eine Person wird blind, und eine sehende Person führt die blinde Person auf (nicht zu) verschlungenen Wegen zu einem Baum. Dort darf dann der oder die Blinde mit den Händen den Baum ausgiebig erkunden und wird anschließend von der sehenden Person an den Ausgangspunkt zurück gebracht. Nun darf die Augenbinde abgenommen werden. Wo ist der blind erkundete Baum? Anschließend wechseln die Rollen. Den Kleineren macht es garantiert auch ganz viel Spaß, mal die Erwachsenen blind durch den Wald zu führen.