Januar 2019

Jetzt im Januar ist die winterliche Landschaft im Siebengebirge wie mit Puderzucker weiß überstäubt – ein Hauch von Schnee. Schön ist es, klar und knackig kalt, ein zartblauer Himmel wölbt sich über mir, in der Ferne liegt Dunst… 

Ich denke gleich an den einen, den einzigen Schneetag im vergangenen Monat Dezember. Wie bestellt hatte es zum „Wintermärchen“ auf der Mannheimer Reißinsel in der Nacht richtig geschneit! So etwas kann man nicht planen, nur erhoffen. Die Gruppe von warm eingepackten Erwachsenen und ich waren begeistert von der weißen Pracht und vom durch den frischen Schnee  wunderbar veränderten Wald. 

Im Winter treten Muster und Strukturen viel deutlicher hervor als die Farben. Und wer mit wachen Augen durch den winterlichen Wald geht, kann viel entdecken. Ich hatte mich bei der Vorbereitung gezielt nach besonderen Strukturen umgeschaut und Schönes gefunden und benannt: struppig, warzig, linear, glatt, beäugend, zart, gefeldert, durchlöchert, gerieft, buckelig, weich, gekrümmt, knorpelig, borstig, wellig, knochig, hohl, rubbelig, filigran, flauschig, stachelig, pudrig, gefleckt, geschichtet, korkig, konzentrisch… Nun lud ich die Gruppe ein, beim langsamen Gehen ganz genau hinzuschauen und Überraschendes und Besonderes zu entdecken – eine Übung des achtsamen Sehens in der Natur.

Naturerlebnistipp: Machen Sie es uns doch einfach nach! Wenn Sie mögen, können Sie die oben beschriebenen Eigenschaften ausgedruckt als Liste mitnehmen und gezielt entsprechende Strukturen beim Spazierengehen suchen. Oder Sie schlendern einfach los, schauen sich aufmerksam um und benennen bewusst die Strukturen, die Sie sehen. Staunen Sie über die Vielfalt an Mustern, Oberflächen, Strukturen und Worten!