Januar 2018

Wann fängt eigentlich genau der Frühling an, frage ich mich, als ich zu Jahresbeginn die ersten blühenden Haseln entdecke. Und wie kann es, bitteschön, sein, dass dieses Jahr die Haselsträucher derart üppig blühen, denn überall leuchten mir draußen die gelbgrünen Haselkätzchen entgegen.
Frühling ist nicht gleich Frühling, so viel ist rasch klar. Der kalendarische Frühlingsbeginn ist bekanntlich am 21. März, also noch weit hin. Der meteorologische Frühlingsbeginn wäre etwas früher am 1. März zu feiern, aber das dauert ja auch noch. Und wenn man den phänomenologischen Frühlingsbeginn betrachtet, also den Entwicklungsstand der Pflanzen, gibt es gleich drei verschiedene Frühlingsphasen zu unterscheiden: Vorfrühling, Erstfrühling und Vollfrühling. Aha, dann schaue ich mir doch das einmal genauer an…
Danach sagen mir die stäubenden Haselnusskätzchen deutlich, dass wir uns tatsächlich schon im Vorfrühling befinden, denn der beginnt, phänomenologisch betrachtet, genau dann, wenn Haselnuss und Schneeglöckchen zu blühen beginnen.

Naturerlebnis-Tipp: Freuen Sie sich, dass der Vorfrühling in den milden Lagen bereits begonnen hat und versuchen Sie, beim nächsten Gang durch die Natur möglichst viele Anzeichen des kommenden Frühlings zu entdecken. Den Naturbegriff würde ich dabei großzügig interpretieren, denn draußen am Waldrand sehen Sie wahrscheinlich nur blühende Haselsträucher und an feuchteren Stellen blühende Erlen. Aber ein Gang durch Parkanlagen oder aufmerksame Blicke in Nachbars Garten bieten vorfrühlingshafte Überraschungen und vielleicht sogar Glücksgefühle. Folgen Sie auch einfach einmal Ihrer Nase! Vielleicht entdecken Sie dann ja wunderbar duftende Winterheckenkirschen, einen herrlich duftenden Winterschneeball oder eine Vanilleduft verströmende Chinesische Winterblüte. Lassen Sie Ihre Augen schweifen, dann erspähen Sie vielleicht rosa blühende Winterkirschen oder eine gelbe Zaubernuss. Alle diese blühenden Pflanzen habe ich jedenfalls bereits entdeckt. Winter ade, Vorfrühling willkommen!