Februar 2019

Was macht eine Naturerlebnispädagogin eigentlich im Winter? Sie geht natürlich auch raus, und das bei Wind und Wetter! Der Winter ist eine ruhigere Zeit, ideal, um neue Ideen für Naturerlebnisangebote zu entwickeln und dazu die passenden, inspirierenden Orte zu finden. So sind wir beide, mein Mann und ich, auch im Winter oft auf „immergrünen Wegen“ unterwegs, zur Zeit vor allem im Siebengebirge und im rheinischen Westerwald. Am allerliebsten gehen wir nicht auf den breiten Wanderwegen, sondern auf den ganz schmalen Pfaden. Unsere Wander-App verlockt uns ständig, diesen kleinen Weglein zu folgen und Neues zu erkunden.
Wir fühlen uns beschenkt, dass wir so viel draußen sein dürfen:

  • Wunderbar, wenn man an den Himmel schaut, sobald der erste Schnee fällt, und beschließt: Lass uns jetzt einfach raus gehen, hoch zur Drachenburg, den Schneeflocken entgegen… und dann ist man im verschneiten Wald für Stunden ganz für sich alleine. 
  • Herrlich, wenn man sich überwindet, rauszugehen, obwohl das Siebengebirge ganz und gar in grauen, dicken Wolken verschwunden ist… und dann sieht die Natur im Nebel so zauberhaft verwunschen aus. 
  • Überraschend, wenn die geplante Tour wie heute länger und länger wird, weil es einfach so schön ist, draußen zu sein… bis wir auf dem Großen Ölberg angekommen mit einem grandiosen Ausblick belohnt werden. So frühlingshaft, wenn einige Unerschrockene auf der Terrasse dort nicht nur die Aussicht genießen, sondern auch einen ersten Milchkaffee im Freien…

Nicht immer finden wir auf Anhieb einen Ort oder eine Tour, die zu den entwickelten Ideen passen. Bis alles richtig sitzt, sind viele Recherchen in analogen und digitalen Wanderkarten, auf Satellitenbildern, in gesammelten Notizzetteln und manchmal auch in Wanderbüchern notwendig, braucht es mehrfach angepasste Planungen und natürlich zahlreiche Wanderungen. Auch müssen wir uns immer klar machen, dass ein Weg oder ein Platz im Wald anders aussieht, wenn wieder alles grün ist. Später kann es passieren, dass wir von Menschen, mit denen wir draußen unterwegs sind, gefragt werden: Wie habt Ihr bloß diesen wunderbaren Ort gefunden? Und wir denken: Ja, das fängt eben immer im tiefsten Winter an!