Februar 2018

Tja, da war ich mit meiner Freude über den Vorfrühling doch wohl sehr optimistisch…
Beim Streifzug durch den Pfälzer Wald ist es heute jedenfalls sehr winterlich und kalt. In einem trocken gefallenen Bachtal liegen von leichtem Schnee überzogen viele dünne Stämme und dicke Äste kreuz und quer durcheinander. Ich freue mich über den hohen Totholzanteil in diesem Wald. Sehr viele Tierarten sind nämlich auf totes Holz angewiesen, liegende oder stehende abgestorbene Bäume sind ihr unverzichtbarer Lebensraum.
Das Foto erinnert mich an ein Haiku-Gedicht eines Freundes:

Zweifarbig der Baum:
Schneehäubchen vom Wind geweht
auf den rauen Stamm.

Ein Haiku ist ein traditionelles japanisches Gedicht, das aus nur drei Zeilen besteht und damit als die kürzeste Gedichtform der Welt gilt. Viele Haikus fangen eine besondere Stimmung in der Natur ein und malen mit nur wenig Worten der Leserin oder dem Leser ein flüchtiges Bild vor Augen. Oft ist der Schluss des Gedichts ein wenig offen, aber das ist Absicht. In dem feinen Haiku-Kästchen, das mir mein Freund einmal geschenkt hat, befinden sich viele dieser kleinen Kostbarkeiten.

Naturerlebnis-Tipp: Haben Sie Lust, beim nächsten Gang durch den winterlichen Wald mal ein Haiku zu verfassen? Ihr persönliches Haiku-Kästchen könnte ein Schatzkästchen der so eingefangenen besonderen Naturmomente werden.