Dezember 2019

Waldbaden im Winter braucht ein bisschen Glück mit dem Wetter – und das hatten wir Anfang Dezember wirklich! Bei milden Temperaturen konnten wir in den Wald entlang des Otterbachs entspannt eintauchen. Erst mal wurde die Gedanken an die vergangene Woche abgeschüttelt – wie das geht, machten uns die Bäume vor, die letzten Blätter waren schon zu Boden gesegelt. Wir machten es ihnen einfach nach, ließen die Anspannung der vergangenen Tage wie Blätter davon fliegen. Um gleich danach wie eine Wildgans zu fliegen und wie eine Taube die Flügel zu falten – nur zwei Beispiele der verschiedenen jahreszeitlich passenden Qi gong-Übungen. Wir haben mit dem ganzen Körper geatmet und sind anschließend mit unserem Atem in Beziehung zur umgebenden Natur getreten, das war gut für die Lungen und fein für die Entspannung. Der Otterbach mit seinen vielen Kurven und dem natürlichen Ufer lockte zum Schauen und Genießen, die verschiedenen Bäume zum Anlehnen und Dazwischenstellen. Was tut mir gut? Wie viel Raum, Nähe oder Distanz ist mir angenehm? Was kann ich entdecken, wenn ich genau hinschaue, besondere Strukturen suche, dabei Erstaunliches finde und zu Papier bringe… z. B. eine lange Reihe von Maulwurfshügeln, schnurgerade auf dem Weg, das hätte man sonst nie bemerkt, oder wie gewunden angeordnete „Augen“ an einem Baumstamm, dort saßen wohl einmal Äste… Waldbaden bringt einen wirklich zum Staunen über die Natur!