Dezember 2017

Still und aufgeräumt liegen die hügeligen Weinfelder der Südpfalz im Dezember da. Mir zeigt sich die sonst so heitere Landschaft nun ganz ruhig, leicht nebelig, winterlich streng, fast erstarrt. Die Farben verschwinden, und doch lassen sich immer noch unterschiedliche Grüntöne ausmachen, entdecke ich ein paar letzte rote Blätter an den Rebstöcken und viele Schattierungen von Braun und Anthrazit. Nichts lenkt den Blick ab. Niemand ist außer uns draußen. Ich habe den Eindruck, dass mein Sehen einen meditativen Charakter annimmt. Ich schaue genauer hin und entdecke grafische Strenge und einen faszinierenden Rhythmus in der Kulturlandschaft. Wie Wellen ziehen sich die dunklen Rebzeilen dahin. Und ich beschließe, nach dem Gang durch die kalte Natur mit meinem Mann zu Hause ein Glas Wein zu trinken, aus der Pfalz natürlich.

Naturerlebnis-Tipp: Der Winter lädt uns ein, anders zu sehen. Achten Sie doch einmal bei Ihrem nächsten winterlichen Spaziergang ganz bewusst auf Kontraste, grafische Elemente und Rhythmus in der Landschaft. Genießen Sie die innere Ruhe, die sich durch dieses bewusste und meditative Schauen einstellen kann.