August 2018

Wenn rund herum alles so vertrocknet wirkt – wie dieses Jahr im sommerlich heißen August – und auch der aufgeheizte Wald keine Erfrischung mehr bietet, ist ein Nachmittag am Fluss, wie ich es am Flüsschen Eltz am vergangenen Wochenende erlebte, einfach herrlich. Im Gegensatz zu anderen Fließgewässern führte die Eltz nämlich noch richtig Wasser, sie plätscherte, strudelte und murmelte munter vor sich hin und war sogar erstaunlich kalt.

Wo das Flüsschen über die Steine sprang, sah ich in der Nachmittagssonne ein fast unwirklich flirrendes intensives Grün im Wasser, ständig in Veränderung begriffen. Es gab aber auch stille Wasserbereiche am steinigen Ufer, in denen sich die grünen Blätter der am Ufer wachsenden Bäume so reglos spiegelten, so dass einem war, als ginge der Blick dort ins Unendliche.

Diesen Gegensatz nahm ich als Anlass für ein kleines Land-Art-Werk, in dem ich die Uferlinie der Eltz an dieser Stelle veränderte, Kurven aus Steinen um die stillen Wasser legte und zusätzliche flache Wasserbecken entstehen ließ, um diese dann mit abgefallenen Erlenblättern aus dem Fluss und mit Blättern von Pestwurz, die am Ufer wuchs, auszulegen.

Zum Schluss bildete die Linie der Schiefersteine einen langen Mäander, Zeichen für das Fließen des Flusses. Dort hinein eingebettet waren Spiegel aus Wasser und Kreise aus Blättern. Zahllose Grüntöne funkelten vor grauen und schwarzen Steinen. Schönheit für den Augenblick und einen bestimmten Sonnenstand. Land-Art eben, Kunst aus Naturmaterialien und in der Natur, vergänglich und deshalb so besonders. Irgendwann wird der Fluss die Blätter fort geschwemmt, das nächste Hochwasser den Mäander aus Schiefersteinen unterspült haben. Vergänglichkeit… Es bleibt die Erinnerung an einen herrlichen Augustnachmittag am smaragdgrün schimmernden Fluss.

Naturerlebnis-Tipp: Lassen Sie sich doch auch einmal von einem Ort in der Natur zu künstlerischem Tun einladen. Schlendern Sie mit offenen Sinnen durch die Natur, ohne etwas Bestimmtes zu suchen. Lassen Sie sich vielmehr von dem Ort finden… Sie werden es merken, wenn Sie am richtigen Platz sind.
Vielleicht sind es ein besonderes Licht und bestimmte Farbtöne, die Sie inspirieren, so wie bei mir. Oder Geräusch und Klänge laden Sie ein, damit zu spielen. Vielleicht lassen natürliche Strukturen vor Ihrem inneren Auge plötzlich eine Form oder eine Idee entstehen, die Sie herausarbeiten möchten. Für Land-Art brauchen Sie nichts anderes als das, was vor Ort in der Natur sowieso vorhanden ist, Steine, Erde, Äste, abgefallene Rinde, Blätter, Wasser, … und etwas Zeit. Lassen Sie sich überraschen, was unter Ihren Händen entsteht und wie gut das tut!